Was sagt die Bibel über Ausländer und über deren Integration?

In der Bibel gibt es hauptsächlich zwei Ausdrücke für Immigranten. Die ger, oft übersetzt als „Fremde“ oder „Reisende“, waren Leute, die mittellos nach Israel kamen und von der Unterstützung anderer abhängig waren. Sie waren normalerweise gewillt, sich völlig in das Leben und in die Religion Israels zu integrieren, und mussten per Gesetz so behandelt werden wie Israeliten. Die ger kommen immer wieder mit anderen gefährdeten Gruppen vor, die keine Familie und kein Land hatten, so wie Waisen und Witwen. Es war den gebürtigen Israeliten befohlen, die Fremden zu lieben und sie nicht zu misshandeln, „denn ihr wart selbst Fremde in Ägypten“ (3. Mose 19,34).

Dann gab es die nokri, die „wahren“ Ausländer, welche wirtschaftlich unabhängig waren, die andere Werte hatten und sich nicht in das Leben Israels integrierten. Die Israeliten werden immer wieder vor den nokri gewarnt, weil diese eine Bedrohung für Israels Kultur und Religion darstellten – die vielen ausländischen Frauen Salomons sind hier die bekanntesten Beispiele (1. Könige 11:1-13). Aber auch hier: Wenn ein nokri gewillt war zu konvertieren, dann sollte auch er aufgenommen werden.

So war es die Pflicht der Israeliten, diejenigen willkommen zu heissen, die ehrlich daran interessiert waren, sich zu integrieren. Sie sollten die Gefährdeten beschützen. Gleichzeitig sollten sie diejenigen mit Vorsicht behandeln, die nicht ihren Glauben und ihre Werte teilten und deshalb der Gesellschaft und Wirtschaft schaden könnten.

Das Europa des 21. Jahrhunderts mit seinen vielen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen ist anders als das Israel des Alten Testaments. Können wir trotzdem hilfreiche Schlüsse aus den biblischen Prinzipien ziehen?

Heutzutage wären die ger die Asylsuchenden und Flüchtlinge, sowie die schlecht bezahlten Wirtschaftsmigranten, die nach Europa gereist sind, um ihrer wirklichen Notlage zu entfliehen. Die heutigen nokri wären die, die wirtschaftlich unabhängig sind, aber sich bewusst nicht integrieren wollen. Sie wollen ihre kulturelle und religiöse Lebensweise über die Gesetze des Gastgeberlandes stellen (z.B. das Scharia-Gesetz oder Ehrenmorde).

Biblische Weisheit sagt uns: Wenn Fremde rechtlich gleichgestellt werden wollen, ist es ihre Pflicht, nicht nur den Immigrations- und Asylverfahren zu folgen. Sie sollen sich vielmehr auch in die Gesellschaft integrieren. Noch die grössere biblische Pflicht haben aber die Gastgeber: Sie müssen die grosszügig willkommen zu heissen und für verletzlichen Ausländer besonders sorgen. Sie müssen ihnen bei ihrer Eingliederung helfen und diese Neuankömmlinge als ihre Mitbürger zu behandeln

Das gibt faktisch ein Problem: Wie prüft man das?

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Angst?

Hab keine Angst!

Ja, die vielen Berichte über Krieg, Terror und Flüchtlingsströme können uns überfordern. Fremde, die ich nicht kenne, wirken manchmal bedrohlich. Mach etwas dagegen und lerne sie kennen, damit weder du noch sie weiter Angst haben müssen. Und vor allem: Bete für Flüchtlinge und für ihre Integration in der Schweiz.